Im Rahmen des Runden Tisches haben die Jungfreisinnigen Schweiz heute ihre Positionen für eine neue Altersreform präsentiert. Wir fordern, dass unsere Ideen zur nachhaltigen Sicherung der Renten in einer neuen, sozialverträglichen Reform Platz finden. Der demografische Wandel bringt für die AHV wie auch für das BVG neue Herausforderungen, denn der Regulator hat dazumal die Langlebigkeit der Gesellschaft nicht ausreichend berücksichtigt.

Die Jungfreisinnigen Schweiz priorisieren eine Reform der AHV, da diese eine der wichtigsten Sozialversicherungen im Land darstellt und nur noch gut 10 Jahre lang Renten auszahlen kann, wenn nichts gemacht wird. Die übergeordneten Ziele einer Reform sollten sein, dass die demografische Entwicklung auch in der Gesetzgebung über die AHV berücksichtigt wird. Dies beinhaltet neben demselben Rentenalter für beide Geschlechter die Einführung einer Schuldenbremse und die damit verbundene Entpolitisierung des Rentenalters. Die Rechnung geht nicht auf, wenn wir immer länger eine Rente beziehen, ohne entsprechend auch länger etwas zur Vorsorge beizutragen.

Wir fordern die schrittweise Angleichung des Rentenalters von Mann und Frau bis ins Jahr 2025. Gefolgt wird diese von einer Anhebung für beide Geschlechter bis ins Jahr 2030 mit einer Limite bei 66/66. Weiter soll die MWST um 0.3 Prozentpunkte erhöht werden. Zusammen mit kleineren Anpassungen führt dies zu einer roten Null von rund -500 Mio. CHF verglichen zum Status Quo mit einem Defizit von 7 Mrd. CHF im Jahr 2030. Der AHV Fonds wäre bei 101 % seiner Ausgaben. Die Bereitschaft, länger in die AHV einzuzahlen, ist ein starkes Zeichen der jungen Generation.

Parallel dazu, aber unabhängig zur Reform der AHV, sollen auch Anpassungen im BVG vorgenommen werden. Eine Senkung des gesetzlichen Umwandlungssatzes vermindert die Umverteilung zu Lasten der aktiv Versicherten Personen. Weiter sollen die BVV 2 Richtlinien entschärft werden, um den Pensionskassen mehr Luft und Entscheidungsfreiheit zu geben. Allfällige Kompensationen dieser Massnahmen sind zwingend in der zweiten Säule vorzunehmen.

Die Vorschläge der Jungfreisinnigen sichern die Altersvorsorge nachhaltig. Sie bieten zusätzlich Raum für einen sozialen Ausgleich und Kompromiss, um die Anliegen von mitte-links Parteien aufzunehmen. Wir geben insbesondere der Wirtschaft Zeit, nötige Anpassungen bei der Integration von Frauen in Führungspositionen und beim Einbezug von älteren Arbeitnehmenden im Arbeitsleben vorzunehmen. Die Jungfreisinnigen bieten explizit Hand dazu, dass die Effekte der vorgeschlagenen Massnahmen durch effektive und gezielte Ausgleichsmassnahmen abgefedert werden.

Im Anhang finden Sie eine Grafik mit den wichtigsten Vorschlägen der Jungfreisinnigen, eine Tabelle mit den Auswirkungen dieser Massnahmen sowie den Redetext des Präsidenten Andri Silberschmidt anlässlich des runden Tisches von heute.

Weitere Informationen
Andri Silberschmidt, Präsident Jungfreisinnige Schweiz, 079 367 58 31
Patrick Eugster, Leiter Arbeitsgruppe Altersvorsorge, 079 722 10 66

Redetext Andri Silberschmidt
Jungfreisinniger Plan B